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KMU5 min2026-02-04

Dokumentenfluss automatisieren: Upload, Benennung, Ablage und Freigabe

TL;DR

  • Ein funktionierender Dokumentenfluss beginnt mit einer klaren Struktur: Dokumententypen definieren, Namensregeln festlegen, Ablageorte bestimmen.
  • Die Automatisierung übernimmt Benennung, Sortierung und Weiterleitung – Sie müssen nur noch freigeben, wenn das gewünscht ist.
  • Der Schlüssel ist nicht das Tool, aber der Ablauf dahinter. Wer den Ablauf klar hat, kann ihn mit fast jedem System umsetzen.

Das Problem

In vielen KMU kommt das Dokument ein – als E-Mail-Anhang, als Download, als Upload in einem Formular – und von dort aus gibt es keinen klaren Weg weiter. Dateien werden von Hand umbenannt, in Ordner verschoben und per E-Mail weitergeleitet. Wer später nach einem Beleg, einer Rechnung oder einem Vertrag sucht, braucht oft länger als für die eigentliche Arbeit.

Das Problem ist selten das fehlende Tool. Das Problem ist ein fehlender Ablauf. Wenn nicht feststeht, wie ein Dokument heißen soll, wohin es gehört und wer es sehen darf, wird jede Automatisierung nur ein digitales Abbild des alten Chaos. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie den Ablauf erst klar machen und dann schrittweise automatisieren – ohne alles auf einmal umzubauen.

Schritt für Schritt

1

Dokumententypen bestimmen

Welche Dokumente kommen regelmäßig ein? Rechnungen, Angebote, Verträge, Lieferavise, Kassenbelege – die Liste wird Ihre Grundlage. Nicht jedes einzelne Dokument braucht eine eigene Kategorie. Ähnliches kann zusammengefasst werden.

2

Namensregel festlegen

Eine klare Namensregel, zum Beispiel Datum – Dokumententyp – Mandant oder Projekt, gibt jedem Dokument sofort einen Kontext. Diese Regel wird einmal definiert und dann konsequent angewendet – manuell oder automatisch.

3

Ablagestruktur vorbereiten

Die Ordnerstruktur folgt den Dokumententypen. Nicht dem Absender, nicht dem Datum, nicht der Zuständigkeit – sondern dem Typ. Das erleichtert die Suche später massiv.

4

Eingangsquellen identifizieren

Dokumente kommen aus unterschiedlichen Quellen: E-Mail-Anhänge, Uploads über ein Formular, Scans aus einem Scanner-Ordner. Jede Quelle braucht einen eigenen Eintrittspunkt in den automatisierten Fluss.

5

Routing-Logik definieren

Basierend auf Metadaten – Absender, Betreff, Dateiname oder Inhalt – wird bestimmt, welcher Dokumententyp vorliegt und in welchen Ordner das Dokument gehört. Die Logik kann schrittweise aufgebaut werden, beginnend mit den häufigsten Typen.

6

Benennung und Ablage automatisieren

Das Dokument wird nach der festgelegten Namensregel umbenannt und in den zugehörigen Ordner verschoben. Kein manueller Schritt dazwischen. Wer es wo abgelegt hat, wird protokolliert.

7

Benachrichtigung und Freigabe anschließen

Die zuständige Person wird benachrichtigt, sobald ein neues Dokument da ist – per E-Mail oder Nachricht. Wenn ein Freigabeschritt vorgesehen ist, wird das Dokument dem Freigebenden direkt zugeleitet. Nach der Freigabe läuft das Dokument in den endgültigen Ablageort.

Typische Fehler

  • Namensregel nicht vorab definiert – Die Automatisierung benennt Dateien, aber ohne festgelegte Regel entsteht nur eine andere Form von Chaos.
  • Alle Dokumententypen gleichzeitig versuchen – Der Fluss wird für 15 Typen gebaut, bevor einer davon richtig funktioniert. Besser: Mit den häufigsten 3–4 anfangen.
  • Keine Fallback-Ablage für nicht zuordbare Dokumente – Ein Dokument, das nicht eindeutig einem Typ zugeordnet werden kann, wird einfach liegen gelassen. Es braucht einen Ordner "Zu prüfen" und eine Meldung an die zuständige Person.
  • Freigabeschritt wird übersprungen – Für bestimmte Dokumententypen wie Verträge oder Rechnungen ist eine manuelle Prüfung vor der endgültigen Ablage wichtig. Diese wird weggespart, um schnell zu sein – und führt zu Fehlern.
  • Keine Protokollierung – Wer welches Dokument wohin verschoben hat, wird nirgends gespeichert. Bei Fragen später gibt es keine Antwort.

Checkliste

  • [ ] Dokumententypen definiert und priorisiert (häufigste zuerst)
  • [ ] Namensregel festgelegt: Datum – Typ – Mandant/Projekt
  • [ ] Ablagestruktur erstellt: Ordner pro Dokumententyp
  • [ ] Eingangsquellen identifiziert: E-Mail, Upload, Scanner
  • [ ] Routing-Logik für die häufigsten Typen beschrieben
  • [ ] Fallback-Ordner "Zu prüfen" eingerichtet
  • [ ] Benachrichtigung konfiguriert: Zuständiger wird informiert
  • [ ] Freigabeschritt definiert: welche Typen brauchen eine Prüfung vor der Ablage
  • [ ] Protokollierung aktiv: Was wurde wann wohin verschoben

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