Blog15.07.2026 · 5 Min. Lesezeit

Summarize & Aggregate in n8n: Daten auswerten

Wie Sie mit den n8n-Nodes Summarize und Aggregate aus vielen Datensätzen eine Auswertung machen – gruppieren, zählen, summieren, ganz ohne Code.

Ein Workflow zieht nachts alle Bestellungen des Vortags aus dem Shop – 300 saubere Zeilen. Nur will Ihr Vertriebsleiter keine 300 Zeilen, sondern einen Satz: „Gestern 300 Bestellungen, 42.000 € Umsatz, davon 18 offen.“ Genau diese Verdichtung – aus vielen Datensätzen eine Auswertung – erledigen in n8n zwei Nodes ohne eine Zeile Code. Wann Sie welchen brauchen und wo die typischen Fallen liegen, schauen wir uns hier an.

Zwei Nodes für zwei Fragen

Aggregate und Summarize werden ständig verwechselt, weil beide „Daten zusammenziehen“. Der Unterschied ist aber grundlegend:

  • Aggregate sammelt Werte ein, ohne zu rechnen. Aus 300 Einzel-Items mit einem Feld email wird ein Item mit einer Liste aus 300 Adressen. Nützlich, wenn ein nachfolgender Schritt alles auf einmal braucht – eine Sammel-Mail, ein einziger API-Aufruf, ein Anhang.
  • Summarize rechnet. Es gruppiert die Items nach einem Feld und bildet je Gruppe eine Kennzahl – Summe, Anzahl, Durchschnitt. Das ist die Pivot-Tabelle für Workflows.

Merkregel: Aggregate beantwortet „Gib mir alle Werte in einer Liste“, Summarize beantwortet „Gib mir eine Kennzahl pro Gruppe“. Wer nur Adressen für einen Serienversand einsammeln will, nimmt Aggregate. Wer wissen will, wie viele Bestellungen je Kunde oder welcher Umsatz je Monat anfiel, nimmt Summarize – es gruppiert und zählt, summiert oder mittelt, ganz ohne Code.

Aggregate: viele Items in ein Item

Der Aggregate-Node kennt zwei Modi. Im Modus Individual Fields („aggregate individual fields separately“) geben Sie unter Input Field Name ein Feld an, dessen Werte über alle Items zu einer Liste zusammengezogen werden. Mit dem Schalter Rename Field und Output Field Name benennen Sie die Ausgabeliste um; mehrere Felder lassen sich parallel einsammeln.

Der zweite Modus, All Item Data (Into a Single List), zieht den kompletten Datensatz jedes Items in eine Liste. Über Put Output in Field legen Sie das Zielfeld fest, unter Include wählen Sie zwischen All Fields, Specified Fields (Feldliste in Fields To Include) und All Fields Except (Ausschlussliste in Fields To Exclude).

Zwei Optionen sind in der Praxis entscheidend:

  • Merge Lists: Ist das einzusammelnde Feld selbst schon eine Liste, entsteht sonst eine Liste von Listen. Der Schalter macht daraus eine einzige flache Liste.
  • Keep Missing And Null Values: Standardmäßig fallen fehlende Werte weg. Brauchen Sie Positionstreue – Item 3 hatte keinen Wert –, fügt die Option an dieser Stelle einen leeren Eintrag ein.

Das Gegenstück zu Aggregate ist übrigens der Split-Out-Node: Er zerlegt eine Liste wieder in einzelne Items.

Summarize: die Pivot-Tabelle für Workflows

Der Summarize-Node fasst Daten laut n8n-Dokumentation „ähnlich einer Excel-Pivot-Tabelle“ zusammen. Sie stellen zwei Dinge ein: wonach gruppiert wird und was gerechnet wird.

Unter Fields to Split By tragen Sie das oder die Gruppierungsfelder ein (mehrere kommagetrennt) – das ist das GROUP BY. Unter Fields to Summarize wählen Sie je Feld eine Rechenart:

Aggregation Was sie liefert
Sum Summe der Zahlenwerte
Average arithmetischer Durchschnitt
Count / Count Unique Anzahl aller bzw. der eindeutigen Werte
Min / Max kleinster bzw. größter Zahlenwert
Concatenate verkettet die Werte zu einem Text (Trennzeichen wählbar)
Append sammelt die Einzelwerte in eine Liste

Das Ergebnisfeld benennt der Node nach der Rechenart: Sum auf ein Feld betrag erzeugt sum_betrag, Count auf id ein count_id, Count Unique bekommt das Präfix unique_count_. Das Gruppierungsfeld bleibt unter seinem Namen erhalten. Aus 300 Bestellzeilen mit den Feldern kunde und betrag wird bei Gruppierung nach kunde so:

[
  { "kunde": "Kunde A", "sum_betrag": 4200, "count_betrag": 7 },
  { "kunde": "Kunde B", "sum_betrag": 1850, "count_betrag": 3 }
]

Ein Item oder viele?

Über Output Format entscheiden Sie, ob jede Gruppe ein eigenes Item wird (Each Split in a Separate Item, die Voreinstellung) oder alles in einem Item landet (All Splits in a Single Item). Für einen Report, der pro Zeile eine Gruppe zeigt, ist die Voreinstellung richtig. Brauchen Sie dagegen eine einzige Kennzahl über den gesamten Datenstrom – etwa den Gesamtumsatz –, lassen Sie Fields to Split By einfach leer.

Die typischen Fallen

Drei Dinge kosten in Gesprächen über hakelnde Auswertungen am häufigsten Zeit:

  • Zahlen, die als Text ankommen. Sum und Average erwarten echte Zahlen. Kommt betrag als Zeichenkette "4200" aus einer API oder Tabelle, rechnet der Node nicht wie erwartet. Bringen Sie das Feld vorher in den richtigen Typ – der Edit-Fields-Node baut genau solche Felder um.
  • Count zählt Vorkommen, nicht Eindeutiges. Wollen Sie wissen, wie viele verschiedene Kunden bestellt haben, ist Count Unique gefragt, nicht Count. Die Verwechslung produziert stillschweigend falsche Zahlen, die niemandem auffallen, bis jemand nachrechnet.
  • Gruppieren nach Datum. „Umsatz je Monat“ setzt ein sauberes, einheitliches Datums- oder Monatsfeld voraus. Wie Sie in n8n zuverlässig einen Wert wie 2026-07 erzeugen, steht in Datum und Zeitzonen in n8n.

Eine kleine Faustregel dazu: Wenn eine Kennzahl unplausibel aussieht, liegt der Fehler fast nie im Summarize-Node selbst, sondern in den Daten, die hineinlaufen – falscher Typ, uneinheitliche Schreibweise im Gruppierungsfeld, Dubletten.

Wenn die fertigen Rechenarten nicht reichen

Summarize deckt die Standardfälle ab, aber die Liste der Rechenarten ist fest. Einen gewichteten Durchschnitt, einen Median oder eine bedingte Summe – „nur bezahlte Rechnungen“ – kennt der Node nicht. Sobald die Auswertung eigene Logik braucht, ist der Code-Node der richtige Ort für eigene Berechnungen: Im Modus „Run Once for All Items“ bekommen Sie die komplette Liste und rechnen frei. Meine Faustregel: erst prüfen, ob Summarize die Frage beantwortet – das ist der wartbarere Weg –, und nur ausweichen, wenn wirklich eine Rechenart fehlt.

Am Anfang steht ohnehin oft das Verbinden mehrerer Quellen, bevor verdichtet wird: Bestellungen mit Kundenstammdaten, Zeiten mit Projekten. Wie Sie zwei Datenströme sauber zusammenführen, bevor Summarize daraus eine Kennzahl macht, beschreibe ich beim Merge-Node.

Vom Rohdatenstrom zur lesbaren Zahl

Aggregate und Summarize sind die zwei Nodes, die einen Workflow von „verarbeitet 300 Zeilen“ zu „liefert eine Aussage“ bringen – ohne Code, mit ein paar Klicks. Der Aufwand steckt selten im Node, sondern davor: saubere Feldtypen, ein brauchbares Datumsfeld, die richtige Rechenart. Wenn Sie einen Prozess haben, an dessen Ende heute noch jemand von Hand Zahlen aus einer Liste zusammenklaubt, schauen wir uns das im kostenlosen Prozess-Check gemeinsam an – ehrlich, auch wenn die Antwort manchmal lautet, dass für den Anfang eine Tabellenformel reicht. Wie solche Auswertungen in belastbare, größere Abläufe passen, bespreche ich in der n8n-Beratung.

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